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Freie Wähler wollen Bildungsregion im Landkreis Tuttlingen

Der von den Freien Wählern eingebrachte Antrag auf Einrichtung einer Bildungsregion im Landkreis sorgte für Diskussionen in der jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses. Landrat Guido Wolf bekräftigte die Notwendigkeit und hatte mit einer entsprechenden Antragstellung beim Land bereits den Boden für die Verbesserung der Bildungslandschaft bereitet. Nur die CDU-Fraktion wollte sich dem nicht anschließen sondern plädierte für eine Zurückstellung der Entscheidung, um sich zunächst besser informieren zu können. Eine nicht überraschende Haltung, tut sich die Mehrheitsfraktion doch erfahrungsgemäß mit Anträgen anderer Fraktionen eher schwer. Nur dem Einsatz des Landrats war es zu verdanken, dass die Initiative nicht gestoppt wurde sondern weiterverfolgt werden soll, um keine Zeit zu verlieren. Ein Zeichen dafür, dass die Freien Wähler mit ihrem Antrag richtig lagen und zur richtigen Zeit das passende Signal gesetzt haben. Im übrigen braucht es keine prophetischen Gaben, um vorherzusagen, dass am Ende auch die CDU dem Vorhaben zustimmen wird.

Den vollständigen Wortlaut des Antrages finden Sie hier:

Bildungsregion im Landkreis Tuttlingen

Sehr geehrter Herr Landrat,

wir möchten hiermit folgenden Antrag in die Beratung der zuständigen Gremien einbringen:

Der Landkreis wird gebeten, die Möglichkeit der Einrichtung einer Bildungsregion im Landkreis im Verbund mit den kommunalen Schulträgern und sonstigen Partnern im Bildungsbereich zu prüfen und ggf. einen Förderantrag beim Land zu stellen.

Begründung:

Das Land sieht im Rahmen seiner Qualitätsoffensive Bildung unter anderem auch die Förderung von sog. Bildungsregionen vor. Nach erfolgreichem Verlauf zweier Modellprojekte im Stadtkreis Freiburg und dem Landkreis Ravensburg ist nun die landesweite Umsetzung vorgesehen.

Ziel ist die Schaffung von regionalen Netzwerken zwischen Schulen, Wirtschaft, gesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung. Damit sollen noch gezielter regionale Schwerpunkte abgestimmt, Ressourcen gebündelt und vor allem eine Qualitätsentwicklung in den Schulen effizienter unterstützt werden. Dazu wird ein Regionales Bildungsbüro eingerichtet, das als Geschäftsstelle fungiert und die einzelnen Maßnahmen koordiniert und die Vernetzung der Partner unterstützt.

Das Land fördert die Bildungsregionen mit einem Zuschuss, der sich nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler im Landkreis bemisst. Hinzu kommt ein Eigenanteil in Form von Personal- oder Sachkosten in gleicher Höhe. Für uns wäre auch vorstellbar, dass sich die kommunalen Schulträger, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, ebenfalls einen kleinen Beitrag zu diesem Eigenanteil beisteuern. Pro Landkreis kann nur ein Antrag gestellt werden.

Der Landkreis Tuttlingen hat schon immer dem Thema Bildung einen hohen Stellenwert eingeräumt und Initiativen ergriffen. Wir erinnern an die Schulentwicklungsplanung oder auch an das Kuratorium Bildungsoffensive im Landkreis. Die Schaffung eines Regionalen Bildungsbüros im Rahmen einer solchen Bildungsregion wäre ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Wege, die Bildungsinfrastruktur und damit die Bildungschancen für unsere Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Wir bitten deshalb darum, diesen Antrag in der nächsten Sitzung des VKA zu beraten. Die Ausschreibung des Programms ist für das Frühjahr 2009 vorgesehen, über Anträge soll bereits im Sommer entschieden werden. Erste Erfahrungen lassen sich sicherlich in Ravensburg abfragen, vielleicht wäre ja auch denkbar, einen Vertreter des dortigen Bildungsbüros in die Sitzung einzuladen und über das dortige Projekt berichten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Bär

Fraktionsvorsitzender

12 April 2009 | Kommentieren

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